C-Meister: Ein Tabellenführer unter Druck

Nach sechs Spielen sind unsere C-Meister ungeschlagen und führen die Tabelle an. Doch die Gegner werden besser, und mit Team Rheintal war am letzten Samstag erstmals ein Gegner auf Augenhöhe im PGS. Ein Blick zurück von C-Meister-Trainer Marco de Grassi vor dem Krimi am kommenden Wochenende gegen den ebenfalls verlustpunktlosen FC Romanshorn.

Im letzten Bericht über die C-Meister waren wir beim Sieg gegen Gossau stehen geblieben. Für die vierte Partie der Saison spielten wir unter der Woche in Frauenfeld. Der Gegner war im Frühling noch unser Hauptgegner im Kampf um die Meisterschaft gewesen. In dieser Saison hat der FC Frauenfeld jedoch sehr viele Spieler vom jüngeren Jahrgang und auch in diesem Spiel machte unsere physische Überlegenheit den Unterschied aus. Wir überzeugten aber auch mit einer unglaublichen Ruhe im Ballbesitz und konnten den Gegner auch dank unseren technischen Fähigkeiten dominieren. Schlussresultat 6:0 aus Brühler Sicht. Die Highlights in diesem Spiel waren der Doppelpack von Marko Torlakovic, ein Traumtor aus 35 Metern von Jonathan Laurentino und der Hattrick von Abdifatah Mohamed.

Weiter ging es am Samstag, den 17.September, auswärts gegen Abtwil Engelburg. Auch in diesem Spiel zeichnete sich das gleiche Muster ab, wie schon in den ersten vier Begegnungen. Wir hielten den Ballbesitz, spielten vermehrt in der gegnerischen Hälfte und liessen dabei einmal mehr viel zu viele Chancen liegen. Auffällig war vor allem die Vielzahl an Flanken, die wir in den Strafraum machen konnten. Gerade wenn der Gegner in der eigenen Platzhälfte mauert, sind natürlich die Flankenbälle eine gute Möglichkeit, zum Torerfolg zu kommen. Jedoch fehlten häufig die Abnehmer in der Mitte. Dennoch spielten wir ein unterhaltsames Spiel und gewannen erneut mit 6:0. An dieser Stelle möchte ich natürlich auch unserer Abwehr und dem Torhüter ein Kompliment machen. Oftmals sind sie die Akteure im Hintergrund. In dieser Saison beweisen Deivid, Haled, Dejan und Marius ihr grosses Können in der Abwehr. Es ist nicht leicht, das ganze Spiel die Konzentration zu bewahren, wenn man nicht viele Angriffe abwehren muss. Doch bis jetzt waren sie immer zur Stelle wenn es brenzlig wurde. Die Torbilanz aus den ersten 5 Partien lautet 25 Tore erzielt und gerade Mal einen Treffer durch einen Elfmeter erhalten.

Am letzten Wochenende, den 24. September, kam es zum bisher spannendsten Duell in der laufenden Saison. Mit Team Rheintal war ein Gegner zu Gast, welcher in den ersten vier Spielen überzeugen konnte. Sie gewannen drei Spiele und verloren gerade mal eines, gegen den Titelfavoriten Romanshorn, in einem engen Kampf mit 4:3. Wir wussten somit im Vorfeld, dass uns ein schwieriges Spiel erwarten würde. Team Rheintal war auch der erste Gegner, der physisch einen Eindruck hinterliess. Somit mussten Spieler wie Abdi und Mirko vielleicht zum ersten Mal in dieser Saison dem Gegner direkt in die Augen schauen. Und es war absolut ein Spiel auf Augenhöhe. An diesem wunderschönen Samstagnachmittag waren nur die Platzverhältnisse nicht gerade sonnig. Ein technisch gutes Spiel auf einen trockenen Boden mit lauter Löchern zu führen, ist natürlich nicht einfach. Somit waren die Zweikämpfe im Mittelfeld umso entscheidender. Diese verloren wir jedoch an diesem Samstag praktisch alle. Der Gegner war einfach wacher, schneller auf den zweiten Bällen, und in den entscheidenden Momenten bissiger. Dennoch konnten wir in der ersten Halbzeit mit zwei Volley-Traumtoren von Edmir Zulic, nach perfekten Hereingaben von Abdi, in Führung gehen. An dieser Stelle verweise ich gerne auf den letzten Satz, vom ersten Bericht dieser Saison: Mit Abdi, Jonathan, Sercan, Enis, Mirko, Marius und Albinot haben wir bewiesen, dass wir nicht von einem Goalgetter abhängig sind. Dennoch würde uns ein eiskalter Stürmer, den wir vielleicht mit Neuzugang Edmir Zulic erhalten, gut tun. Edmir liess nicht lange auf sich warten. Er schoss zwei Tore in der ersten Halbzeit gegen die Rheintaler; das erste Tor – ein fantastischer Volleyschuss. Bereits bei seinem Debut gegen Abtwil eine Woche zuvor, hatte er mit einem wuchtigen Schuss ins Eck sein erstes Tor im ersten Spiel gemacht. Aber kommen wir wieder zurück zu der Partie gegen Team Rheintal: Zur Halbzeit stand es somit 2:0 aus unserer Sicht.
Dramatik pur in der zweiten Halbzeit
Die Führung zu diesem Zeitpunkt war nicht unverdient, da unser Gegner nicht mehr Torchancen erspielen konnte. Jedoch war in der Halbzeitpause zu spüren, dass wir vor dieser Mannschaft grossen Respekt hatten. Sie waren das erste Team, welches uns unter Druck setzte, sie gewannen praktisch alle Zweikämpfe und gaben uns kaum die Möglichkeit, unser Spiel aufzubauen. In der zweiten Hälfte wollten wir das Spiel wieder in die Hand nehmen und zeigen, dass wir technisch eine gute Mannschaft sind. Doch bereits nach wenigen Minuten, erzielte Team Rheintal den Anschlusstreffer, nachdem wir den Ball im Mittelfeld ohne Bedrängnis direkt zum Gegner in die Füsse spielten. Jetzt ging das grosse Zittern los. Die Mannschaft hatte nun jegliches Selbstvertrauen verloren und der Gegner spielte uns an eine Wand. Sinnbildlich dafür war folgende Aktion. Einwurf des Gegners in seiner eigenen Platzhälfte und unserer Verteidigung stand dabei auf unserer Sechszehnmeter-Linie. Dazu kam dann auch noch die gelbe Karte für Abdi und somit zehn lange Minuten mit einem Mann weniger auf dem Feld. Trotz des hohen Druck hatten wir Trainer jedoch das Gefühl, den Sieg nach Hause zu holen. Wir konnten zwar selber kaum mehr eine offensive Aktion aufziehen, doch unsere Verteidigung wehrte jeden Ball souverän ab und stand hinten wie eine Mauer. Diesem Druck hielten wir bis zwei Minuten vor Schluss auch stand. Dann kam ein langer Ball in den Strafraum, völlig ungefährlich, da kein gegnerischer Spieler dort stand. Doch Haled schätzte einerseits den Ball falsch ein, andererseits sprang der Ball bei diesen Platzverhältnissen auch unglücklich auf, sodass ihn Haled mit der Hand berührte. Elfmeter für Team Rheintal. Torhüter Deivid war zwar nah dran, konnte aber den gut geschossenen Elfer nicht halten. Abdi durfte nach diesem Treffer wieder ins Spiel und wir versuchten mit einem letzten Angriff noch das Spiel zu gewinnen. Und tatsächlich verwandelten wir den letzten Eckball der Partie mit einem wuchtigen Kopfball von Gentrid zum 3:2 Sieg. Danach war Schluss und die Erleichterung bei unseren Jungs deutlich spürbar. Wir haben durch diese Partie wichtige Erkenntnisse gewonnen und wissen nun auch, woran wir dringend arbeiten müssen.

Mit dem FC Romanshorn erwartet uns am kommenden Wochenende gleich der nächste Hammer. Auch sie stehen mit sechs Siegen aus sechs Spielen an der Tabellenspitze, und wie bereits in der Frühlingsrunde wird diese Begegnung bestimmt ein Krimi werden. Marco De Grassi

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