28. August 2026

Ein Dorf, zwei Ligen, kein Halten

Es gibt Karrieren, die brauchen ein Jahrzehnt. Und es gibt den FC Amical Saint-Prex, der in vierundzwanzig Monaten von der 2. Liga interregional in die Promotion League gestolpert ist — wobei «gestolpert» das falsche Wort ist, denn gestolpert sind eher alle anderen.

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Man muss sich das kurz vorstellen. Im Sommer 2025 gewinnen sie ihre Gruppe in der 2. Liga interregional und steigen in die 1. Liga Classic auf. Der Klubpräsident sagte damals in etwa, man rechne mit einer schwierigen Saison, weil das alles neu sei. Ein Jahr später stehen sie in den Aufstiegsfinals, werfen GC U-21 im Penaltyschiessen raus, schlagen Servette U-21 zuhause mit 4:1 und machen die Sache eine Woche darauf in Genf endgültig klar. Der Präsident sprach anschliessend von einer grossen Emotion und einer wunderschönen, aber unerwarteten Promotion. Man merkt: Selbst im eigenen Verein hat niemand damit gerechnet.

Saint-Prex hat weniger als 6000 Einwohner. Als Fussballdorf ist der Ort bislang vor allem dadurch aufgefallen, dass hier Dan Ndoye ausgebildet wurde. Seit diesem Sommer ist er auch dafür bekannt, dass eine Mannschaft von dort am Samstag ins Paul-Grüninger-Stadion kommt.

Wir sagen das nicht ohne Respekt. Wir sagen es mit einer gewissen Vorsicht.

Denn Aufsteiger sind in dieser Liga eine unangenehme Angelegenheit. Sie haben nichts zu verlieren, sie kennen ihre Grenzen noch nicht, und sie spielen mit einer Unbekümmertheit, die sich nach der dritten Saison in der Promotion League von selbst erledigt. Die Zahlen bestätigen das: zwei Siege, zwei Niederlagen. Dazu ein Cup-Aus gegen Stade Nyonnais.

Bemerkenswert ist allerdings, wo diese Siege zustande kamen: beide zuhause. Auswärts warten die Waadtländer noch auf ihren ersten Punktgewinn. Das ist eine Statistik, die wir aufmerksam zur Kenntnis nehmen — und die wir auch gerne so belassen würden.

Wir selbst haben zuletzt zweimal nicht getroffen. 0:1 gegen Biel, 0:0 in Bavois. Die Chancen waren beide Male da, und wer die letzten neunzig Minuten im Waadtland gesehen hat, weiss, dass an einem einzigen Zentimeter deutlich mehr gehangen hätte. Nach zwei Spielen ohne eigenes Tor haben wir am Samstag also ein durchaus konkretes Anliegen.

Und noch etwas: Es ist das letzte Mal, dass die Haupttribüne gesperrt bleibt. Die Arbeiten am Dach sind fast durch, und wenn am 12. September der FC Schaffhausen kommt, wird wieder oben gesessen. Der Samstag ist damit die letzte Gelegenheit, den Stehplatz zu geniessen, auf den man sich in den vergangenen Wochen notgedrungen eingewöhnt hat. Manche werden ihn vermissen. Nicht viele, aber manche.

Samstag, 29. August, 16:00 Uhr, Paul-Grüninger-Stadion. Ein Aufsteiger, der auswärts noch nichts geholt hat. Eine Mannschaft, die wieder treffen will. Und ein Tribünendach, das bald fertig ist.