30. Juni 2026
Eine Krone ist für immer.
Es wurde seit Tagen geflüstert, dass im Fall eines Aufstiegs in die zweite Liga einige Spieler sich die Krone tätowieren lassen würden. Die Initiative ging von Dylan Fatzer und Mirko Milic aus, unterwegs gesellten sich dann Manuel Laski und Robin Schuler dazu, organisiert wurde das alles durch Pascal Möller. Die Idee wurde nach dem Auswärtsspiel gegen den FC Rorschach-Goldach, welches klar mit 4:0 gewonnen wurde, geboren. Zu jenem Zeitpunkt fehlte nur noch ein Spiel bis zum Saisonschluss und Dank des gleichzeitigen Sieges des FC Rebstein war der Gruppensieg für den SCB nicht mehr möglich, rechnerisch wäre aber der Aufstieg als bestplatzierter Zweite drin gelegen. Erste Rechnungen zeigten jedoch bald, dass dies alles andere als wahrscheinlich gewesen wäre, da vor der letzten Runde der FC Bischofszell drei Punkte mehr auf dem Konto hatte und somit daheim gegen den FC Herisau ein Punkt gereicht hätte – umso mehr, als es beim FC Herisau um nichts mehr ging. Der weitere direkte Konkurrent, der FC Mels, war weniger ein Problem, denn er hatte zwar gleich viele Punkte auf dem Konto, jedoch einen Strafpunkt mehr als der SCB. Von den drei Teams hatte der FC Bischofszell mit Abstand am meisten Strafpunkte.
Ende Saison heisst es für Spieler und Trainer auch immer: will ich bleiben oder soll ich was Neues angehen? Da unsere im Verein selbst ausgebildete Fussballer sehr begehrt sind, kam Coach Mentor Krasniqi auf die Idee, mit zwei davon, namentlich Flügellokomotive Dylan Fatzer und Fussballgaukler Mirko «Miki» Milic, einen Deal auszuhandeln: «steigen wir auf, sagt Ihr auch für die kommende Saison zu und lässt Euch symbolisch die Brühler Krone auf der Haut tätowieren». Beide sagten spontan zu und bald stiessen ebenso spontan Strafraumbison Manuel «Manu» Laski und Einsatzmaschine Robin Schuler dazu. Oberster Inspirator ist Mittelfeldsteuermann Kristian «Kiki» Debeljak, der seit Jahren eine Krone auf der Haut mit sich trägt.
Bekanntlich ist der Fussball verrückt und so kam es, dass alles für den SCB lief, indem
- Das eigene Spiel mit 6:0 gewonnen wurde, ohne eine einzige gelbe Karte einzufahren
- Der FC Bischofszell sein Heimspiel gegen den FC Herisau haushoch mit 1:5 verlor und obendrein zwei gelbe Karten kassierte
- Der FC Mels zwar sein Heimspiel gewann, aber ganze drei gelbe Karten auf sein Konto verbuchen musste
Was die meisten für, wenn nicht unmöglich so für unwahrscheinlich, gehalten hatten, wurde zur überraschenden und umso schöneren Tatsache. Dank des Organisationstalents von Pascal Möller konnte während der Aufstiegsfeier kurzfristig ein guter Tätowierer aufgeboten werden, der sich und die Krone auf der Haut unserer Hauptdarsteller verewigte.
Ein würdiger Abschluss für eine grossartige Saison, welche mit zwei Niederlagen in den ersten zwei Partien alles andere als gut begonnen wurde. Danach schaltete das Team einen Gang höher und holte aus den restlichen zwanzig Begegnungen fünfzehn Siege und fünf Unentschieden, wobei jeder Gegner diskussionslos dominiert wurde. Mit etwas mehr Glück und Kaltschnäuzigkeit im Abschluss wäre der erste Platz möglich gewesen, aber wir wollen die Fortschritte, welche das Team in spielerischer und mentaler Hinsicht gemacht hat, in den Vordergrund stellen und diesbezüglich können wir auf der ganzen Linie zufrieden sein. Wir freuen uns auf die neue Saison und die neuen Herausforderungen, welche auf unser junges Team zukommen.
Mauro Palazzesi