12. August 2026
Save the Date
In der Küche des Clubhauses hängt ein Kalender. Einer von diesen, die man geschenkt bekommt — von einer Autogarage, zwölf Bilder von Bergseen, und ein Rand für Notizen, der so schmal ist, dass man Geburtstage nur in Abkürzungen hineinbringt. Er hängt dort, seit sich niemand mehr erinnert. Und er zeigt, das muss man ehrlich sagen, mit bemerkenswerter Ausdauer den falschen Monat.
Wir sind kein Verein, der gut mit Terminen ist. Termine werden bei uns nicht eingetragen, sondern weitergegeben. In der Garderobe, zwischen zwei Schuhen. Auf dem Parkplatz, während das Auto schon läuft. Am Grill, irgendwo zwischen der dritten und vierten Olma Bratwurst, und meistens in der Formulierung: «Du weisch scho, oder?» Man weiss es dann nicht. Man nickt trotzdem. Das ist die Grundlage unseres gesamten Vereinslebens und funktioniert erstaunlich gut.
Es gibt auch die WhatsApp-Gruppen. Vier Stück, alle mit ähnlichem Namen, alle mit Personen drin, die längst nicht mehr wissen, warum. In einer davon sind 43 Mitglieder, von denen 31 die Gruppe stumm geschaltet haben, was die Informationsdichte auf ein Niveau senkt, das man in der Nachrichtentechnik als «Rauschen» bezeichnen würde.
Und dann gibt es die eine Person. Jeder Verein hat sie. Bei uns führt sie seit Jahrzehnten eine Agenda, in der wirklich alles steht: Spieltage, Sitzungen, Generalversammlungen, die Nummer vom Platzwart, der Geburtstag von jemandem, der seit 2011 nicht mehr im Verein ist. Wenn man wissen will, wann etwas war, fragt man nicht das Archiv. Man fragt sie. Sie schaut kurz, blättert einmal und sagt das Datum. Immer richtig. Wir sollten ihr öfter danken.
Aber es gibt Daten, die muss man nicht weiterreichen und nicht nachschlagen. Die schreibt man auf.
2. bis 4. Oktober 2026. Paul-Grüninger-Stadion.
Drei Tage. 125 Jahre. Mehr sagen wir jetzt noch nicht.
Doch so viel: Ein Verein wird nicht einfach so 125. Dazwischen liegen Generationen, die auf diesem Platz gestanden sind, Menschen, die Bälle aufgepumpt und Kuchen gebacken und im Regen Linien gezogen haben, und ziemlich viele Geschichten, die im Clubhaus besser erzählt werden als hier. Das feiert man nicht mit einem Apéro und einem Dankeschön. Das feiert man richtig.
Was wir vorhaben, verraten wir in den nächsten Wochen Stück für Stück. Bis dahin genügt eine einzige Handlung: Kalender öffnen. Erstes Wochenende im Oktober 2026. Drei Tage markieren.
Und wer keinen Kalender führt — die Person mit der Agenda weiss ohnehin schon Bescheid.
Wir freuen uns auf euch. Auf alle.