SCB 2: Dumm gelaufen

SC Brühl 2 – FC Abtwil-Engelburg 1:2 (0:1)

Nach der unschönen Niederlage in der Vorwoche, war im heutigen Spiel ein voller Erfolg gefragt, wollte man in der Tabelle den Anschluss im Abstiegskampf nicht verlieren. Bei den Kronen war erstmals wieder Loic Tinner mit von Beginn weg dabei. Im Hinspiel hatte der SCB eine diskussionslose Niederlage erlitten. Man wusste von der Stärke und der Form des heutigen Gegners und, dass eine heftige Reaktion gefragt war. Bei idealen Wetterbedingungen durfte eine spannende Begegnung erwartet werden.

Die Kronen starteten selbstbewusst in die Begegnung und zeigten sich erstmals in der 3. Minute offensiv, der erste Abschluss bereitete dem Gegner jedoch wenig Kopfzerbrechen. In der 8. Minute setzte sich Dylan Fatzer über links durch, seine Flanke wurde von einem Gegner abgelenkt, was dem Abtwiler Torhüter alles abverlangte, um einen Gegentreffer zu verhindern. Der FC AE stand tief in der eigenen Hälfte und suchte sein Glück im schnellen Umschalten und weiten Zuspielen in die Tiefe der Brühler Abwehr. Diese Rechnung ging in der 12. Minute auf, als ein langer Ball von einem Brühler Abwehrspieler verfehlt und zu einer idealen Vorlage für Glen Forster wurde, der den Ball zum 0:1 einschieben konnte. Der FC AE zeigte im Gegensatz zum SCB die effizientere Spielweise und verfehlte in der 20. Minute die Score Erhöhung nur knapp. Zwei Minute später verfehlte Dzenan Talic mit seinem Kopfball den Ausgleich ebenfalls knapp, mehr kam jedoch in dieser Phase nicht. Die Kronen waren bestrebt, dem Spiel ihren Stempel aufzusetzen, waren jedoch im entscheidenden Moment zu unpräzise, um die massierte Abwehr des Gegners, der bei Ballverlust alle Spieler in die eigene Hälfte beorderte, zu überwinden. In der 45. Minute kam Mirko Milic nach einer Flanke von Loic Tinner zu einem vielversprechenden Kopfball, der Ball überflog jedoch die Querlatte. Danach schickte der Schiedsrichter beide Teams in die Pause und man fragte sich, ob und wie der SCB die notwendige Reaktion herbeiführen würde.

Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag, als die Kronen bei eigenem Anspiel den Ball verloren und sich richtiggehend auskontern liessen: die Gäste nahmen die Einladung dankend an und erhöhten mit Silvan Spescha auf 0:2. In der 47. Minute versuchte der wirblige Duje Jukic sein Glück mit einem Weitschuss, der Abtwiler Torhüter war aber zur Stelle. Eine Minute später war Manuel Laski an der Reihe, sein Kopfball ging jedoch knapp am Tor vorbei. Eine Minute später leisteten sich die Kronen wieder einen fatalen Fehlpass in der eigenen Hälfte, dieses Mal stand jedoch das Glück auf ihrer Seite. Die Gäste nutzten nun die grösseren Räume, welche ihnen durch die offensiven Bemühungen des SCB zur Verfügung standen, konnten diese jedoch nicht wie gewünscht in Tore ummünzen. Die Kronen liessen das notwendige Engagement nicht vermissen, scheiterten jedoch regelmässig an der mangelnden Genauigkeit. In der 62. Minute feuerte Maico Knaus einen Schuss aus 25 Metern ab, der Ball überflog jedoch die Querlatte. Zwei Minuten später setzte sich Duje Jukic wieder in Szene, sein Schuss aus 18. Metern wurde jedoch zur Ecke abgewehrt. In der 71. Minute kam Kyel Clement bei einem schönen Pass in die Tiefe einen Moment zu spät und in der 73. Minute scheiterte Dzenan Talic mit einem Schuss aus 30 Metern klar. In der 74. Minute kam der SCB mit Maico Knaus nach einer Flanke von Manuel Laski zum längst fälligen Anschlusstreffer und liess dadurch wieder Hoffnung auf einen Punktegewinn aufflammen. Die Kronen erhöhten den Druck, kamen aber nicht mehr zu klaren Chancen. Die vielen Spielerwechsel bewirkten auch nicht den erhofften Umschwung und der Spielrhythmus wurde wiederholt durch Gegner gebrochen, die nach Zweikämpfen am Boden liegen blieben und zu Spielunterbrüchen führten. In der Nachspielzeit scheiterten die Gäste an Arif Celebi, was aber zu viel des Guten gewesen wäre.

Schade für den SCB, dass er trotz einer engagierten, wenn auch zu wenig abgeklärten Leistung gegen einen starken Gegner nicht in der Lage gewesen ist, Punkte mitzunehmen. In den entscheidenden Spielphasen fehlten die entscheidende Genauigkeit und die Durchbruchskraft, die für den Erfolg notwendig gewesen wären. Die zwei gelben Karten waren unnötig, was aber inzwischen zur Gewohnheit geworden ist. Ein Kuriosum aus der 78. Minute: ein Gästespieler wälzte sich nach einem Foul an einen Brühler am Boden, was zu Recht eine Verwarnung gegen ihn nach sich zog, jedoch gleichzeitig den Einsatz der Masseurin «notwendig machte». Als die Brühler verlangten, dass der betroffene Spieler kurzzeitig den Platz verliess, meinte der Schiedsrichter, dass dies nicht notwendig sei, denn er sei ja verwarnt worden. Dies war zwar nicht matchentscheidend, jedoch zumindest merkwürdig.

Am kommenden Sonntag, den 27. Mai 2024 geht es nach Buchs, wo um 14.00 Uhr Anpfiff ist.

Stimmen aus dem Spiel, heute mit Marco De Grassi

Schade, wir hatten die grösseren Spielanteile. In vergleichbaren Situationen haben wir die Tore kassiert und selbst keine geschossen. Einsatz und Engagement waren insgesamt da, ich kann den Spielern diesbezüglich keine Vorwürfe machen. Wir mussten einige Umstellungen vornehmen und ich darf dabei mit Freude feststellen, wie gut sich Duje Jukic bei seinem ersten Einsatz von Beginn weg geschlagen hat. Die kassierten Gegentreffer sind die Folge von Eigenfehlern und nicht von zwingenden Situationen. In den Schlüsselphasen des Spiels habe ich bei Einzelnen den notwendigen Biss und die Überzeugung vermisst, die zum Erfolg hätten führen können. Last aber not least: wir müssen im Angriff konsequenter den gegnerischen Strafraum besetzen.

Mauro Palazzesi