13. April 2026

SCB 2: Mit einer guten zweiten Halbzeit zu drei Punkten

SC Brühl 2 – FC Teufen 3:2 (0:1)

Der SCB musste im ersten Spiel nach der langen Winterpause mit Marius Linke, Manuel Laski, Maico Knaus, Javier Halter, Robin Schuler und Joel Ammann gleich auf sechs Leistungsträger verzichten. Mit dem FC Teufen gastierte ein Gegner im PGS, der dem SCB in der Hinrunde eine schmerzliche 0:1 Niederlage beschert hatte. Die Winterpause hatte den Kronen offenbar nicht gutgetan, denn sie wirkten in der Anfangsphase träge und passiv und überliessen den Gästen aus dem Appenzellerland die Initiative, die ihrerseits selbstsicher und bestimmend auftraten. Der SCB brauchte ganze zehn Minuten, um sich wachzurütteln, tat es aber in eindrücklicher Manier, als sich Dylan Fatzer auf der rechten Seite mit einem schönen Dribbling durchsetzen und mit einem wuchtigen Schuss Timo Fässler unhaltbar überwinden konnte, um auf seinem Weg jedoch den linken Torpfosten zu finden. Nur eine Minute später konnte sich Blendi Vrenezi auf der linken Seite durchdribbeln und in den Strafraum flanken, wo Mhatheenan Kanapathipillai aus fünf Metern zum Schuss kam, jedoch Timo Fässler auf seinem Weg fand. In der 17. Minute brachte Blendi Vrenezi wiederum eine scharfe Flanke in den Fünfer, wo Leart Zeqiri den Ball nur knapp nicht ins Tor unterbringen konnte. Von da an plätscherte die Partie dahin, ohne die anwesenden Zuschauer von ihren Sitzen zu reissen. So musste man bis zur 34. Minute warten, um einen nächsten Höhepunkt zu sehen, als sich die Gäste geschickt durch die Abwehrreihen der Einheimischen spielten und mit Nando Sonderegger in Führung gehen konnten. Wer eine Reaktion der Kronen erwartete, sah sich getäuscht, denn der Rückstand wirkte sich schockartig aus und liess das Spielniveau zusätzlich sinken. Mit Ausnahme eines Schusses von Dylan Fatzer aus 18 Metern brachten die Kronen nichts zustande und mussten sich bei Göttin Fortuna bedanken, dass sie den Schaden bis zur Pause in Grenzen halten konnten. So wirkte der Halbzeitpfiff bei den Platzherren wie eine Erlösung und man konnte nur noch auf eine bessere zweite Halbzeit hoffen.

Zur Überraschung der aufmerksamen Anwesenden kam der SCB ohne Spielerwechsel aus der Kabine, zeigte jedoch von Beginn weg ein anderes Gesicht. In der 48. Minute kam der SCB zu einem Eckball von links, infolgedessen Mirko Milic den Ball ins Zentrum flankte, wo Leon Kleine in Raubmanier den Ball leicht ablenken und so Timo Fässler zum Ausgleich überwinden konnte. Nun spielte der SCB wie man es gewohnt ist, während die Appenzeller zusehends abbauten. In der 58. Minute verpasste José Higueros eine Hereingabe nach Freistoss nur knapp, sieben Minuten später war die Führung aber Tatsache, als sich Dylan Fatzer auf der rechten Seite durchsetzen und nur durch ein Foul gebremst werden konnte: den fälligen Elfmeter verwertete Kristian Debeljak in sicherer Manier. In der 72. Minute konnte sich der inzwischen eingewechselte Gabriele Razzetti auf dem Linken Flügel durchsetzen, sein Abschluss landete jedoch knapp am Tor vorbei. Zwei Minuten später setze sich wiederum Gabriele Razzetti durch, seine scharfe Hereingabe wurde aber gleich von mehreren Spielern knapp verpasst. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben, denn nur eine Minute später kam Mirko Milic nach einem Eckball von rechts zum Ball, den er aus 18 Metern geschickt ins lange Eck beförderte. Die Zweitore Führung war zu diesem Zeitpunkt verdient, die Gäste steckten aber nicht auf und warfen alles nach vorne. Das eröffnete dem Gastgeber weite Räume, die allesamt nicht genutzt werden konnten und so kamen die Appenzeller in der 87. Minute durch Joshua Andraska zum Anschlusstreffer und läuteten ein Finale ein, den sich die Kronen anders vorgestellt hatten. In der Nachspielzeit hatte der SCB die Gelegenheit, das Spiel endgültig zu entscheiden, als Luan Veselji Timo Fässler mit einem schönen Heber zwar überwinden konnte, der Ball aber den Pfosten nur streifte. Die Appenzeller steckten bis zum Schluss nicht auf, ihre verzweifelten Angriffe brachten jedoch nichts Zählbares ein. Nach fünf Minuten Nachspielzeit pfiff der gut leitende Unparteiische Marc Mayer die Partie ab.

Über die gesamte Spieldauer ist der Sieg des SCB verdient, dies sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine gute Halbzeit nicht immer genügen dürfte. Aus der enttäuschenden Leistung im ersten Durchgang sollen nun die richtigen Lehren gezogen werden, vor allem hinsichtlich Einstellung. Es geht gleich weiter mit der Nachholbegegnung gegen den FC Rotmonten vom kommenden Donnerstag, den 16. April 2026 um 20.15 Uhr im Gründenmoos.

 

Stimmen nach dem Spiel, heute mit:

Mentor Krasniqi

Die vielen Abwesenheiten gleich zu Beginn der Rückrunde stellen ein Problem dar. Die Anfangsphase hat mir bis zur 20. Minute gefallen, danach brach über unser Spiel die Nacht ein. Dementsprechend ist die Rede in der Pause ausgefallen. Wir wussten, dass es nicht einfach sein würde, umso mehr als auf der Bank unseres Gegners mit Marcos Gandara ein motivierter ehemaliger Brühler sass. Unsere Jungs haben im ersten Durchgang ihre Einstellung dem tiefen Boden angepasst, womit ich nicht zufrieden sein konnte. In unserer besten Phase der ersten Hälfte haben wir einige gute Chancen nicht verwertet und danach unverständlicherweise dem FC Teufen das Mittelfeld überlassen. Wir standen oft weit weg vom Gegner und haben uns dadurch das Leben schwer gemacht. In der zweiten Hälfte konnte unser Team mental und physisch umschalten und einen verdienten Sieg heimfahren, wenn auch unsererseits mehr Tore drin lagen. Positiv möchte ich die einstudierten Standards erwähnen, die endlich funktioniert haben, sowie die eingewechselten Spieler, die unserem Spiel wichtige Impulse verliehen haben.

Arif Celebi

Wir haben heute zwei Gesichter gezeigt. Zu Beginn haben wir ein gutes Spiel geboten, die Führung aber verpasst. Das Gegentor in einer Phase, in der auf dem Rasen herzlich wenig geschah, hat uns schwer getroffen und wir konnten schliesslich mit dem knappen Rückstand zur Pause zufrieden sein. In der zweiten Hälfte haben unsere Jungs mental umgestellt und das Zepter in die Hand genommen. Auch die Standards haben gut funktioniert, wenn auch die Chancenauswertung und die ungenügende Cleverness weiterhin ein Thema sein dürften. Dadurch sind wir in den letzten Spielminuten ins Zittern geraten, nehmen aber die Punkte gerne mit und werden an den Baustellen arbeiten. Ein Kompliment an die Adresse des gut leitenden Schiedsrichters.

Mauro Palazzesi