SCB 2: Drei ganz wichtige Punkte

SC Brühl 2 – FC Au-Berneck 1:0 (1:0) – mit Torschütze Florian Bekteshi und Torhüter Arif Celebi zu drei ganz wichtigen Punkten.

Nach dem bitteren Punkteverlust in der Vorwoche im Stadtderby musste ein voller Erfolg daher, wollte man in der Tabelle einen Schritt nach oben machen und den Anschluss ans breite Mittelfeld in der Tabelle nicht verlieren. Die Kronen konnten fast in Bestbesetzung antreten und das Trainerteam hatte wahrlich die Qual der Wahl. Das Hinspiel hatten die Kronen nach guter Leistung gewonnen, wussten aber von der Stärke des heutigen Gegners. Bei idealen Wetterbedingungen durfte eine spannende Begegnung erwartet werden.

Beide Teams schienen vorerst eine zurückhaltende Haltung einzunehmen. Das Spiel war in den Anfangsminuten von Vorsicht und beinahe Angst geprägt und das Tempo alles andere als berauschend. Somit waren schöne Angriffe und rasches Umschalten vorerst Mangelware und es mussten ganze 15 Minuten vergehen, bis die Hausherren die Initiative übernahmen und die Gäste zu intensiverer, wenn auch lösbarer Abwehrarbeit zwangen. Das Trainierteam hatte vor dem Spiel vor der starken Offensive der Gäste gewarnt, was immer wieder aufblitzte, jedoch vorerst der Abwehr um Marius Linke und mit einem sicher wirkenden Torhüter Arif Celebi kein Kopfzerbrechen bereitete. Der SCB erarbeitete sich in dieser Phase einige interessante Chancen, die aber allesamt nicht von Glück im Abschluss begleitet waren. Ab der 30. Minute liessen Tempo und Qualität im Spiel wieder nach und man machte sich Hoffnungen auf eine zweite Halbzeit, als sich die Kronen in der 38. Minute plötzlich und beinahe unerwartet ihrer Tugenden besannen. Bei einem schnellen Angriff über mehrere Stationen wurde Joel Ammann im Strafraum angespielt, dieser liess mit einer geschickten Finte seinen direkten Gegner aussteigen und bediente den besser postierten Florian Bekteshi, der mit einem platzierten Schuss aus sieben Metern Joel Eugster im Tor der Gäste keine Abwehrchance liess. Wer eine heftige Reaktion der Reinthaler erwartete, sah sich getäuscht, sieht man von einer guten Chance in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit ab, bei der Arif Celebi sein ganzes Könen zeigte. Alles in allem eine Führung, die aufgrund der grösseren Spielanteile verdient war. Im ersten Durchgang zeigten die Kronen eine reife Leistung, wenn auch etwas mehr Courage hätte erwartet werden können.

Die zweite Halbzeit zeigte ein anderes Gesicht, indem die Gäste die Initiative übernahmen und den SCB zu mehr Arbeit in der eigenen Abwehr zwangen. Nun lagen die grösseren Spielanteile beim FCAB, der aber kaum zu klaren Chancen kam. Der FCAB suchte sein Glück in Weitschüssen und Flanken, die entweder nicht präzise genug waren oder von der sicher wirkenden Abwehr der Hausherren abgefangen wurden. Der SCB wankte zeitweise, die Ordnung in der Abwehrarbeit ging aber nie verloren und Arif Celebi sorgte für die notwendige Ruhe. Beide Teams nahmen im zweiten Durchgang mehrere Wechsel vor, am Spielgeschehen änderte sich jedoch nichts Entscheidendes. Zwingende Torchancen ergaben sich auf beiden Seiten nicht und der SCB konnte die grossen Räume, die sich zwingend ergaben, nicht nutzen. Der FCAB hoffte auf ein Lucky Punch und die Chance dazu ergab sich pünktlich in der Nachspielzeit. Bei einem Freistoss knapp vor der Strafraumgrenze schien sich diese Hoffnung zu konkretisieren, womit aber Arif Celebi nicht einverstanden war, der, als die Match Uhr auf 90+6 Minuten zeigte, auf mirakulöse Art den platzierten und scharf getretenen Ball zur Ecke abwehren konnte. Die darauffolgende Ecke brachte nochmals Unruhe, konnte jedoch nicht verwertet werden. Danach pfiff der Schiedsrichter die Partie ab.

Unter dem Strich geht der Sieg des SCB in Ordnung, wenn auch eine Punkteteilung vertretbar gewesen wäre. Den grösseren Spielanteilen der Kronen im ersten Durchgang setzten die Gäste im zweiten Durchgang mehr Initiative und Ballbesitz entgegen. Der SCB hat auch unter Druck nie die notwendige Ruhe in der Abwehrarbeit vermissen lassen und punkto Einsatz und Laufbereitschaft gebührt der Mannschaft auch heute ein grosses Kompliment. Speziell darf zum bereits Geschriebenen die grosse Laufarbeit der eigenen Angreifer erwähnt werden, die in der heiklen Phase der zweiten Halbzeit den Mitspielern in der eigenen Abwehr von grossem Nutzen waren.

Am kommenden Wochenende geht es nach Wittenbach, wo am Samstag, 11. Mai 2024, um 17.00 Uhr Anpfiff ist.

Stimmen von der Seitenlinie, heute mit Marco De Grassi

Ich bin mit der Leistung unseres Teams sehr zufrieden. Wir dürfen nicht ausser Acht lassen, dass in den Köpfen unserer mehrheitlich jungen Spieler ein grosser Druck lastet. Klar spielen wir im Moment nicht so, wie wir es wollen und können, aber die Angst, Fehler zu machen und dadurch Punkte liegen zu lassen, darf nicht unterschätzt werden. Der Wille zum Erfolg ist da, unsere Abwehr ist standfest und es ist uns wieder gelungen, unseren Kasten reinzuhalten. Wie in der Vorwoche ist es uns jedoch nicht gelungen, das Spiel vorzuentscheiden und so mussten wir am Ende um die volle Post bangen. Wäre nicht Arif Celebi gewesen, würden wir von einer erneuten Punkteteilung reden – aber eben, Arif spielt glücklicherweise bei uns. Wir haben noch nichts erreicht und mit dem Kopf wollen wir schon beim kommenden Spiel in Wittenbach sein. Ein steiler und steiniger Weg liegt vor (aber auch hinter) uns. Kopf hoch und wie bisher weiter konzentriert und engagiert arbeiten.

Mauro Palazzesi

Gross diev Erleichterung bei Spielern, Staff und Anhängern nach dem 1:0 gegen Au-Berneck.