19. Mai 2026

SCB 2: Nichts für schwache Nerven

FC Rebstein – SC Brühl 2 2:3 (1:1)

Der SCB kam aus vier aufeinanderfolgenden Siegen und wollte diese Serie aufrechterhalten, wohl wissend, dass der heutige Gegner alles abverlangen und die einmalige Chance nutzen würde, um das Aufstiegsrennen vorzeitig zu entscheiden. Fünf Punkte Abstand bei fünf Spielen vor Schluss waren eine schwere Bürde für den SCB, weshalb es nur ein Ziel geben würde: die volle Post. Bei idealen Wetterbedingungen gingen die Kronen mit einer schlagfertigen Elf in die Partie und einer Ersatzbank, die es in sich hatte – und bei der jeder einzelne Spieler genauso in der Startformation hätte stehen können. Unter den zahlreichen Zuschauern waren viele Brühler Anhänger auszumachen.

Der SCB startete resolut ins Spiel, wohl wissend um die Stärken des der FC Rebstein, der für seine routinierte Spielweise bekannt ist. Im Hinspiel war es eine klare Angelegenheit gewesen, als die Kronen im heimischen PGS einen klaren Sieg erringen konnten. Die erste richtige Torszene ereignete sich in der 11. Minute, als die Platzherren nach einem geschickt getretenen Freistoss von der linken Seite mit Alessandro Gotscher in Führung gehen konnten. Dabei hatte die Abwehr der Gäste alles andere als aufmerksam ausgesehen. Die Rücklage schien die Kronen nicht sonderlich zu beeindrucken, denn sie verloren die Ruhe nicht und zogen unbeirrt ihr Spiel weiter auf. So dauerte es bloss sechs Minuten, bis Luan Veselji einen Fehler der Abwehr ausnutzen konnte und mit seiner Schnelligkeit die gegnerische Abwehr samt Torhüter zu überlaufen, um den Ausgleich zu erzielen. Es war ein intensives Spiel, bei dem Torchancen jedoch an einer Hand zu zählen waren. Während der SCB das gepflegte Aufbauspiel vorzog, verliessen sich die Hausherren auf ihr schnelles und schnörkelloses Umschaltspiel. Der SCB zeigte sich ein nächstes Mal in der 27. Minute offensiv, als Kristian Debeljak einen Schuss aus 25 Metern abliess, der allerdings am Tor von Kevin Fend vorbeiflog. Man musste anschliessend bis zur 39. Minute warten, um einen nächsten Abschluss zu sehen, der von Kristian Debeljak getretene Ball aus 22 Metern verfehlte aber auch in diesem Fall das gegnerische Tor. In der 45. Minute versuchte sich wiederum Kristian Debeljak aus 20 Metern, Kevin Fend konnte aber den scharf getretenen Ball im Nachfassen entschärfen. Danach beorderte Schiedsrichter Alji Arion die Kontrahenten in die Halbzeitpause.

Die zweite Hälfte begann so wie die erste geendet hatte, indem der SCB das Zepter in die Hand nahm und der Gastgeber sein Glück vor allem in schnellen Gegenstössen suchte. In der 51. Minute kamen die Kronen zu einem Eckball von der linken Seite, bei dem der vorerst abgewehrte Ball zu Maico Knaus kam, der einen unhaltbaren Schuss aus 12 Metern abliess: die Querlatte stand jedoch im Weg. Der SCB hatte zu diesem Zeitpunkt einen Gang höher geschaltet, wodurch der FC Rebstein vermehrt mit Abwehrarbeit beschäftigt war, jedoch stets darauf bedacht, durch schnelle Gegenstösse Nadelstiche zu setzen. In der 57. Minute kam nach einem weiteren Eckball Marius Linke zum Abschluss, aber auch in diesem Fall flog der Ball am Gehäuse vorbei. Fünf Minute später kam der inzwischen eingewechselte Leon Kleine zum Schuss, Kevin Fend konnte jedoch den Ball mit den Fäusten abwehren. In der 65. Minute zogen die Kronen einen schnellen Angriff über rechts auf, bei dem der Ball bei Gabriele Razzetti landete, der mit einem satten Schuss Kevin Fend keine Chance liess. Die Führung war verdient, schien dem SCB jedoch nicht zu genügen, der unbeirrt weiter nach vorne spielte. Drei Minuten nach dem Führungstreffer wurde nach einem schnellen Gegenstoss Gabriele Razzetti angespielt, der aus guter Position um den Bruchteil einer Sekunde zu spät kam. Der FC Rebstein liess den Kopf nicht hängen und versuchte alles, um zum Ausgleich zu kommen, an den notwendigen Spielideen mangelte es jedoch vorerst. Der SCB konnte im zweiten Durchgang von der starken Qualität auf der Ersatzbank profitieren und frische Kräfte aufs Spielfeld schicken, die für einen zusätzlichen Schub sorgen konnten. Der Gastgeber setzte in den Schlussminuten alles auf die Karte Angriff und wurde in der Nachspielzeit mit dem Ausgleich belohnt, allerdings nach einem klaren Foul vor dem Tor, welches aus unverständlichen Gründen einzig vom Unparteiischen nicht wahrgenommen wurde. Eine kalte Dusche für die Kronen, die den sicher geglaubten und verdienten Sieg aus der Hand entgleiten sahen. Während die Anwesenden nun glaubten, dass dich beide Teams mit dem Spielstand befreunden würden, zeigte der SCB eine heftige Reaktion und zog einen schönen Angriff auf der rechten Seite auf, bei dem Joel Ammann einen scharfen Ball ins Zentrum flankte, der Luan Veselji erreichte: dieser behielt die Nerven und überwand Kevin Fend in unhaltbarer Manier. In den verbleibenden zwei Minuten suchten die Platzherren verzweifelt Gefahr vors Brühler Tor zu bringen, ohne allerdings die stabile Abwehr des SCB zu knacken. Nach sieben Minuten Nachspielzeit besiegelte schliesslich der Schlusspfiff von Schiedsrichter Alji Arion den verdienten Sieg des SCB. Ein intensives und über weite Strecken hektisches Spiel, welches einen Unparteiischen verdient hätte, der die überharte Spielweise rechtzeitig und entschieden abstellen würde. Die vier gelben Karten des SCB gegenüber den drei des FC Rebstein täuschen über die Gangart auf dem Spielfeld, machen jedoch deutlich, dass sich die Kronen diesbezüglich geschickter anstellen müssen. Ein spezieller Dank geht an Fotograf Kurt Frischknecht, der, obwohl bei seinem Einsatz am Vortag im Paul Grüninger Stadion Regen und Kälte einsteckend, den Weg nach Rebstein fand und uns mit seinen tollen Bildern beschenken konnte.

Das Aufstiegsrennen ist neu lanciert, dabei hat es aber der FC Rebstein selbst in der Hand, diesen zu seinen Gunsten zu entscheiden. Der SCB weiss um seine Stärken, ist jedoch auf fremde Hilfe angewiesen, wohl wissend, dass man sich in den verbleibenden vier Spielen keine Blösse leisten kann. Am Sonntag, den 24. Mai 2026 ist um 14.30 Uhr der FC Diepoldsau-Schmitter im PGS zu Gast.

Stimmen nach dem Spiel, heute mit:

Mentor Krasniqi

Unser Gegner hat heute aus dem Spiel heraus wenig gebracht, war jedoch bei Standardsituationen gefährlich. Wir wussten darum und waren gut darauf vorbereitet. Es war ein intensives Spiel, bei dem wir unsere Aussenbahnen gut besetzt und dadurch den FC Rebstein wiederholt in Schwierigkeiten gebracht haben. Ihr Spiel war aus meiner Sicht voraussehbar, wir haben aber einige Minuten gebraucht, um uns darauf einzustellen und die Kontrolle zu übernehmen. Wir hatten die grösseren Spielanteile und haben uns mehr Torchancen erarbeitet. Kompliment an das Team für die Reaktion, allen voran nach dem 2:2. Ich muss den Jungs zugestehen, dass sie von Beginn weg bereit waren und mit der richtigen Einstellung auf den Platz gegangen sind. Die Wechsel haben uns geholfen, bezeichnend dafür das Tor von Gabriele zu unserer ersten Führung und der Assist von Joel beim Siegestreffer. Das Team hat eine sehenswerte Entwicklung durchgemacht und wir wollen auf dem eingeschlagenen Weg weitermachen.

Sevalji Ljatifi

Es war eine spektakuläre Begegnung. Wir sind gut ins Spiel gestartet, hatten mehr Spielanteile und haben den gepflegteren Fussball gespielt. Nach meiner Ansicht hatten wir Spiel und Gegner gut im Griff, dürfen uns allerdings Fehler wie beim 0:1 nicht erlauben, als wir nach einem eigenen Seiteneinwurf den Ball verloren und unserem Gegner den unnötigen Freistoss gewährt haben, der zum Rückstand geführt hat. Der FC Rebstein hat vor allem mit langen Bällen agiert, was uns kaum Kopfzerbrechen bereitet hat, war aber bei Standardsituationen gefährlich. Der Wille zum Sieg über die gesamte Spieldauer war schliesslich entscheidend dafür, dass wir drei wichtige Punkte mitnehmen können. Unsere jungen Stürmer haben heute zugeschlagen, was mich zusätzlich freut. Trotz des irregulären Tors zum 2:2 haben sich unsere Jungs nicht unterkriegen lassen und den notwendigen Charakter an den Tag gelegt, den es zum Erfolg braucht.

Arif Celebi

Das Spiel war wie wir erwartet haben: hart umkämpft und intensiv. Wir haben mehr Ballkontrolle gehabt und das gepflegtere Spiel aufgezogen. Nach dem Gegentor zu 0:1 haben wir nicht die Ruhe verloren und prompt ausgeglichen, was zu diesem Zeitpunkt sehr wichtig war. Unsere Ersatzbank war heute entscheidend, die eingewechselten Spieler haben Qualität und Lauffreude aufs Spielfeld gebracht, was unser Gegner nicht hatte. Die Hektik in den letzten Spielminuten war nachvollziehbar, denn es stand viel auf dem Spiel. Ein Kompliment an unsere Jungs für die Moral, die sie in den in der Schlussphase trotz widriger Umstände – sprich Fehlentscheid des Schiedsrichters- gezeigt haben.

Mauro Palazzesi