In Nyon unter die Räder gekommen

Atila

Zum zweiten Mal hintereinander mussten die Brühler eine Klatsche hinnehmen, gegen Stade Nyonnais gingen sie mit 5:1 unter. Die jungen Waadtländer waren über die neunzig Minuten gesehen das klar bessere Team. Damit fallen die Kronen auf den fünften Tabellenplatz zurück, bevor sie am nächsten Samstag zu Hause den unangefochtenen Tabellenführer Yverdon empfangen.

Trotzdem war es irgendwie eine komische Partie. Die Platzherren starteten viel aggressiver ins Spiel, so wie das jeweils die Brühler in den bisherigen Partien getan hatten. Die Kronen kamen gar nicht richtig ins Spiel dermassen dominant traten die Waadtländer auf. Mit dem Pausenresultat von 0:0 waren die Kronen sehr gut bedient. Mit einem Chancenverhältnis von 9:3 zugunsten der Welschen hätte die Partie eigentlich schon zur Halbzeit zugunsten des Heimteams entschieden sein müssen.
Und der Start zur zweiten Halbzeit verlief ähnlich wie die ersten 45 Minuten. Ein Fehler im Aufbau brachte die nächste Chance für die Einheimischen. Auf Dauer konnte das nicht gut gehen. Mit einer sehenswerten Einzelleistung dribbelte sich Mergim Qarri in der 47. Minute an drei Verteidigern vorbei und erzielte das hochverdiente 1:0. Jetzt endlich erwachten auch die Gäste und konnten das Spiel durchaus ausgeglichen gestalten. Doch ausgerechnet in dieser besseren Phase mussten die Brühler bei einem Konter das 0:2 einstecken. Als dann eine Viertelstunde vor Schluss Alessandro Riedle das Anschlusstor zum 2:1 gelang, keimte bei den Gästen wieder Hoffnung auf, den 2:2 Ausgleich zu erzielen. Doch die Hoffnung war nur von kurzer Dauer. Ja noch schlimmer: mit einem Entlastungsangriff und schnellen Konter erzielte der eingewechselte Tiago Escorza das vorentscheidende 3:1. Noch einmal warfen die Kronen vergeblich alles nach vorn, mussten aber in den Schlussminuten noch zwei Treffer zum brutalen 1:5 hinnehmen. Das junge Team aus Nyon mit acht Spielern um die zwanzig herum überraschte einmal mehr die ganze Liga, wurden die Romands doch anfangs Saison noch als Abstiegskandidat gehandelt. Henri Seitter

Telegramm: Centre sportif de Colovray – 200 Zuschauer – SR. R. Hürlimann
Tore : 47. Qarri 1 :0 ; 72. Gomes 2 :0 ; 75. Riedle 2 :1 ; 78. 3 :1 Escorza. 87. Da Silva Parreira 4 :1 ; 91. Escorza 5 :1.
Stade Nyonnais : Brenet ; Londono, Bamba, Golay, Titie (77. Rugovaj) ; Qarri, Guyon, Srevanovic, Gomes (72. Da Silva Parreira) ; Bega (66. Escorza), Vieira (61.Nsiala)
SC Brühl : Lazraj; Kucani, Izmirlioglu, Atila, Schällibaum (81. Anic) :Salija, Holenstein, Riedle (84. Shala), Huber (67. Sutter), Abegglen, Pizzi (56. Eberle).
Bemerkungen: Stade Nyonnais ohne Kadima (gesperrt) Baron (Nationalmannschaft Guedeloupe) Grossrieder, Amir, Hysnaj (alle verletzt). Brühl ohne Titaro, Vanins, Pellegatta, Degen, Torlakovic (alle verletzt)
Verwarnungen: 33. Londono (Foul); 38. Huber (Foul); 55. Holenstein (Foul); 65. Gomes (Foul)

Kurzinterwiev mit Gabet Chapuisat (Berichterstatter für ein Lokalblatt von Nyon)
Wie haben sie das Spiel gesehen?
Die junge Mannschaft von Stade Nyonnais hat einen herrlichen Fussball gespielt und die Brühler vor allem in der ersten Hälfte klar dominiert. Doch entgegen dem Spielverlauf erzielten die Romands alle fünf Tore in der zweiten Halbzeit, als die Brühler eigentlich plötzlich auf Augenhöhe spielten.